Verlass doch mal die Komfortzone und mache einen Sprung nach vorne

Heute möchte ich euch mal ein paar Tipps geben, wie ihr euch mal aus der Komfortzone eurer Fotografie herauslöst und evtl. auf neue Ideen kommt.

1. Display abkleben

Das mag ja dumm klingen. Warum soll man den Vorteil den man durch das Display hat, wegkleben wollen?
Der Grund liegt in der Belichtung und in der Beobachtung für’s Licht. Fotografiert man „ganz normal“, sprich mit Display, schaut man oft drauf und macht noch ein Bild, wenn es zu dunkel oder zu hell ist. Viele sehen sich nicht zuerst die Szene an. Stellt eure Kamera auf Spotmessung und messt mal die Stellen im Bild aus, die hell bzw. dunkel sind  und bekommt so ein Gefühl für Licht im Bild. Manchmal ist es dunkler als man glaubt. Spannend ist es nach Hause zu kommen und zu sehen was draus geworden ist.

2. Benutzt mal „nur“ eine Festbrennweite

Ich hörte vor kurzem ein schönes Zitat.
„Zooms make you lazy, superzooms make you super lazy“- Kai von DigitalRevTV
Auf gut deutsch: Je mehr Zoom, desto fauler wird man.
Festbrennweiten haben –  nicht immer – aber im Vergleich zu billigen Zoom oft die bessere Abbildungsleistung. Der andere und wichtige Aspekt, ist die Tatsache, dass man Laufen muss. Man entdeckt neue Blickwinkel und Perspektiven. Habe ich keine Festbrennweite, so klebe ich meinen Zoom einfach mit ’nem Stück Tesa fest. Viel Spass mit dem Footzoom.

3. Kopiert doch einfach mal

Warum soll man das tun? Vielmehr ist die Frage, warum man das nicht tun sollte. Oftmal sieht man ein „profanes“ Bild und blättert einfach weiter. Z.b Portrait mit Fensterlicht oder einen Mitzieher. Schon mal beides probiert und festgestellt, das es doch nicht so einfach ist? Spannend, oder? Es müssen nicht immer einfache, es dürfen auch komplizierte Sachen sein. Schnappt euch mal ein Bild was euch gefällt und macht es mal nach. Nur für euch und dem Ziel verpflichtet  sich damit auseinanderzusetzen und etwas dabei zu lernen. Komponiere mal ein Bild, welches der Betrachter mit einbaut, als Eckpfeiler der Komposition.

4. Kleine Karte nehmen oder mal Analog ???

Hab ihr eine 21MP, 32MP oder eine 12MP Kamera? Wie viele Bilder passen denn auf eure größte Karte drauf? Bei mir sind es ca. 20-25MB pro Foto. Auf meine größte Karte passen ca. 280 Bilder drauf. 280 Bilder wären ca. 8 Filme. Ganz schön viele. Nehmt doch mal eine kleine Karte, wo nur 20-40 Fotos drauf passen. Macht nicht wahllos Bilder, sondern seit euch dessen bewusst was ihr macht. Komponiert, achtet auf die Belichtung und löscht kein Bild. Eine gute Alternative wäre auch ein Tripp ins Analoge. Ein Film und ein Tag. Steve McCurry durfte den letzten Film von Kodachrome verschiessen. 36 Bilder und jeder für sich einfach toll. Probiert es aus.

5. Mal den „M“ Modus nutzen

„M“-istake oder „M“-aster Modus? Sicherlich eines von beiden. Bei dem Modus gibt es rein manuelle Werte und keine Automatik. Schaut euch an was Blende 2.8 im Verhältnis zu Blende 11 macht. Was mache ich wenn ich für Blende 11 kein Licht mehr habe? Was mache ich wenn ich bei Blende 2.8 die Person im Hintergrund nicht mehr erkenne? Was wenn es für Blende 2.8 zu dunkel ist? Fragen über Fragen. Könntet ihr sie alle beantworten? Wenn nicht, dann ist es höhste Zeit mit dem M Modus loszuziehen und den Mistake Modus zum Master Modus zu verwandeln.

6. Foto kritisieren lassen

Der sicherlich wichtigste Punkt ist sich seinem Publikum zu stellen. Ist Internet die richtige Location dafür? Ich weiß es nicht, also für mich nicht. Ich verbringe gerne Zeit mit befreundeten Fotografen, zeige Ihnen meine Fotos und lasse mir erzählen was ich nicht gut gemacht habe, oder was man anders machen kann. Sicherlich geht das auch in „Fotocommunities“, aber meiner Erfahrung nach nicht öffentlich. Kommentare wie „gut gesehen“ oder „schöne Augen“ bringen niemanden weiter, so zumindest meine Meinung. Optimalerweise druckt man die Fotos vor der Besprechung noch vorher aus.

Ich hoffe ich konnte euch den einen oder anderen Tipp geben. Solltet ihr noch Fragen, Ergänzungen oder Kritik haben so schreibt es einfach in die Kommentare.

Einen schönen Tag wünscht euch Micha

4 Kommentare zu „Verlass doch mal die Komfortzone und mache einen Sprung nach vorne“

  1. Punkt zwei auf Deiner Liste ist der Grund, warum ich lieber einige Kilo mit mir rumschleppe. Natürlich könnte ich es mir einfacher machen, aber ich gestehe, dass ich mit Zoomobjektiven überhaupt nicht klarkomme.
    LG Michel

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